objektiv getestet: SuSE Linux Enterprise Server 9


Wer jetzt erwartet, das ich mich hingesetzt habe um den SLES9 zu testen, den muss ich enttäuschen. Vermutlich wäre da auch nicht viel Objektivität zu erwarten gewesen, immerhin hätte ich mir Mühe gegeben, hätte ich ihn getestet. Habe ich aber nicht.


Dafür hat dies mas getan…und sein Artikel, kommentiert von mir:


Hmmm…. Also, irgendwie bin ich an die Evaluation des SuSE Linux Enterprise Server 9 mit einer falschen Erwartungshaltung herangegangen. Nachdem er bei mindestens einem Kollegen wahre Begeisterungsstürme hervorgerufen hatte, hatte ich erwartet, daß man da, wo UML und LDAP so toll vorkonfiguriert sind, bestimmt auch ein rattenscharfes Tool zum Administrieren eines Fileservers vorfinden würde


nun. Erwartungen sind dazu da zerstört und niedergetrampelt zu werden!


Nicht, weil plötzlich “Novell” draufsteht, sondern weil ich einfach dachte, daß man in diesen (preislichen) Sphären darauf achtet,…”


Das ist interessant. In den kostenlosen/preislich niederen Sphären sollte man meines Erachtens auch darauf achten, dass man Qualität liefert…oder impliziert das nun, das kostenlose/kostengünstigere Software aufgrund der weniger ausgeprägten Qualitäts-Ansprüche der Entwickler mit starken Qualitäts-Problemen zu kämpfen hat ?


Und um einmal zum Kern des Tests zu kommen:


“Leider sehe ich mich da im Moment etwas enttäuscht, denn das GUI zum Bearbeiten der Shares in YaST sieht aus wie ein fossiler Vorläufer von SWAT, dem Samba-Web-Admin-Tool, und ist nicht viel mehr als ein grafischer Editor für die smb.conf.”


Als jemand der selbst zwei Windows Fileserver auf Basis der Microsoft Server Appliances (NAS-Server) administriert, erstaunt es mich dann doch schon etwas, das Novell nicht mehr Know-How in-petto hat als einen grafischen Editor für die smb.conf auszuliefern.


Man muss dazu sagen das mas in seinem Test natürlich nicht auf eventuelle eDirectory Fähigkeiten eingegangen ist. Aber diejenigen die Novell eDirectory schon benutzt und/oder administriert haben, die mögen mich kommentieren und vervollständigen.


Jedenfalls kommentiert ein Leser von mas das ganze so:


Wenn ich mir überlege was für ein Akt es bisher war ein LDAP-Verzeichnis aufzubauen und darin ein paar Dienste zu integrieren, dann ist der SLES9 ein sehr guter Schritt in die richtige Richtung. Gut, verglichen mit der Einfachheit eines W2K-Servers ist der jetzige Status nicht der Weisheit letzter Schluss,


Hier möchte ich zwei Sachen anmerken:


1. mir wollten bisher immer alle Linux Administratoren weiss machen es wäre überhaupt kein Problem LDAP unter Linux komplett integriert zu implementieren => eine offenbar dreiste Lüge


2. W2k ist alt. W2k3 ist der Stand der Technik. Wie bitter ist das denn, das man auf Produkte angewiesen ist, die die Technologie von vor ~4 Jahren mitbringen…und das nichtmal vollständig und zufriedenstellend ?


Quelle: http://www.scsy.de/~mas/archiv/000395.html

  1. #1 by mas on November 1, 2004 - 10:26

    “In den kostenlosen/preislich niederen Sphären sollte man meines Erachtens auch darauf achten, dass man Qualität liefert.”

    Halbsatz zitiert und dann ein Bezug auf Sachen, die ich nie geschrieben habe. Respekt, mein Lieber!

    Qualität und ein rudimentäres UI schließen sich selbstverständlich nicht gegenseitig aus. Wenn ich ein Debian installiere, habe ich nicht das geringste Problem damit, die smb.conf mit SWAT zu beackern. Wenn SuSE aber Leute vom sogenannten “Windows”-Betriebssystem wegholen will und 350 Euro jährlich für ein eigentlich kostenloses System aufruft, dann muß deutlich mehr drin sein, als ein extrem aufgehübschter smb.conf-Editor.

    Was die von mir erwarteten Features und die von Dir erwähnte NDS-Integration angeht, wird der Novell Open Enterprise Server vermutlich (hoffentlich) das interessantere Produkt sein. Ich wette nur, daß der dann _richtig_ Kohle kosten wird.

  2. #2 by Bietiekay on November 1, 2004 - 11:49

    ich finde der zitierte Nebensatz trifft es schon, denn etwas Sinn-veränderndes kommt aus meiner Sicht dann nichtmehr in deinem Text. Es ist in meinen Augen so, dass du offenbar berechtigterweise die in den SLES9 Preisregionen notwendige Sorgfalt vermisst.

    Wobei ich das Ganze aus meiner Sicht erweitern möchte: Ich finde das auch preislich weniger hoch angesiedelte Software einen Qualitätsanspruch hat. Sorry. Aber für mich impliziert deine Erwartungshaltung: “Teuer=hohe Qualität” schon das “Billig=niedrige Qualität/Qualitätseinbußen” und das sehe ich eben nicht so…vielleicht unterscheiden sich hierin

    Zum NDS: Der kostet in der Tat *RICHTIG* Kohle. Aber das Geld war/ist häufig nicht der entscheidende Faktor. Vielmehr ist es so, das z.B. an manchen Universitäten kein anderer Anbieter von Directory-Services überhaupt evaluiert worden ist. Vielmehr wurde die “politische Entscheidung” getroffen und einfach gekauft.

  3. #3 by mas on November 1, 2004 - 13:18

    Jetzt verstehe ich: Du verwechselst Komfort mit Qualität. Damit bist Du aber in bester Gesellschaft, denn auf diesen kleinen Unterschied sind schon ziemlich viele Microsoft-Kunden reingefallen.

  4. #4 by Bietiekay on November 2, 2004 - 11:26

    Ist es nicht so, das Komfort ein ganz unheimlich wichtiges Qualitätsmerkmal ist ? Wie kann man da was verwechseln ?

    Und im übrigen hat Funktionalität auch etwas mit Komfort zu tun. Was nützt es wenn die Software das Problem lösen könnte. Ich jedoch nicht im Stande bin oder in den Stand gesetzt werde die Software schnell und vor allem fehlerfrei zu bedienen.
    Komfort verringert Bedienungsfehler. Komfort ist Usability. Komfort ist genauso wichtig wie jedes andere Qualitätsmerkmal auch.

    Das ist bei Microsoft so. Das ist bei Linux so. Das ist überall so. Sogar beim Auto.

Comments are closed.