Superhelden im Realitätscheck


Also ich gestehe gleich zu Beginn, dass ich kein Superhelden-Fan bin. Für mich gleicht da einer dem anderen, und damit auch die Verfilmungen. Ob Batman, Spiderman oder die Fantastischen Vier: Alles Spinner im schrillen Latexoutfit.


Woher kommen die?


Wir alle wissen, dass in Japan extreme Gewalt- und Sexdarstellungen Ergebnis einer traditionellen Konditionierung der Gesellschaft sind. Und bei den Amis in damaligen Zeiten der Weltwirtschaftskrise und nationalsozialisten Feindbildern das Verlangen nach einer strahlenden Identifikationsfigur groß war. Daher rühen Figuren wie Superman und Captain America her. Als prüde Figuren gedacht, passen sie aber problemlos in jede Christopher-Streetday-Parade.


Und heute?


Wenn ein Mann Strumpfhosen trägt und sich eine Maske aufsetzt, dann will er damit doch etwas ausdrücken, oder? Ich will ja nicht von Transvestiten reden, aber “männlich” ist das nicht gerade. Daher ist das Gerücht nicht neu, dass Batman, Superman und all die Anderen in Wahrheit homosexuell sind (ohne das jetzt schlecht machen zu wollen). Ein weiteres Phänomen ist die charakterliche Blassheit, die viele Superhelden ausstrahlen. Und so einer soll Führungs- und Vorbildfunktion haben? Kein Wunder, dass sich in der Realität viele Menschen lieber dafür entscheiden, Drogendealer, Temposünder oder Steuerhinterzieher zu werden, weil das cooler und nicht so spießig ist.


Superman: “Junge, hör auf zu rauchen!”
Junge: “Ach halt doch die Schnauze, du Schwuchtel!”


Die Gegenspieler…


… sind meiner Ansicht nach noch dämlicher, nicht in ihrem Aussehen, sondern in ihrem Verhalten. Warum wollen die immer die Weltherrschaft mit unfairen Mitteln erreichen und lernen nie aus ihren Fehlern? Wenn ich solche Technologien zur Verfügung hätte, wüßte ich schon legale Wege, um damit ordentlich Schotter zu machen (gerade im Land der unbegrenzten Möglichkeiten) und so doch noch die Welt ein Stück zu kontrollieren (Microsoft macht doch auch nichts Anderes…). Nebenbei kann man dann auch die Superhelden eben wegen ihren Strumpfhosen an den Pranger stellen (gerade im Land der unbegrenzten Prüdigkeit).


Parodien…


… sind wirklich klasse. In einer Al-Bundy-Folge gab es einen Jungen, der nur mit Frauen reden konnte, wenn er seinen Katzenkopf aufhatte. Oder der Ben-Stiller-Film “Mystery Men”, wo einer der Möchtegern-Helden seine außergewöhnlichen Fähigkeiten in etwa so beschrieb: ‘Wenn ich die Augen zumache, dann kann ich niemanden sehen, der mich sieht. Ich bin daher unsichtbar.’


Filme…


… über Superhelden spielen in Deutschland traditionell wenig Geld ein (mit Ausnahme von Spiderman). Warum? Man weiß eh vorher, wer gewinnt und ärgert sich über all die dämlichen Weltherrschaftspläne der Bösen, die der Held später quasi mit einem Fingerschnippen zu nichte macht. Da fragt man sich: Wozu dann der ganze Aufwand, wenn eh Nichts passiert?


Interessante Fragen über Superhelden


Wer macht eigentlich die Häuser sauber, die Spiderman mit seinen Netzen vollschießt?
Was ist mit dem staatlichen Gewaltmonopol? Schließlich verüben Superhelden Selbstjustiz.
Warum werden Menschen zu Bösewichtern, weil sie der Held nicht beschützen konnte?


Jens Heymann

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