Hollywood Insider


Neulich gab auf http://blog.tvspielfilm.de/rewind/archives/479 einen interessanten Bericht über Daryl Hannah (ihres Zeichens mal A-List-Star in Hollywood) und die Hintergründe, in “Meganieten” mitzuspielen.

Besagter Film war “Flop des Tages” und hat einen IMDB-Wert von 3,8 (von 10). Liest man die Filmografie der Frau, finden sich in den letzten Jahren fast nur noch Nieten. Die Zeiten von “Blade Runner” und “Splash” sind längst vorbei. “Kill Bill” zählt an dieser Stelle nicht; diese beiden Filme fallen unter das Tarantino-Arbeitsbeschaffungsprogramm für alternde Filmstars.

Warum also spielt diese Frau fast nur noch in zweifelhaften Machwerken mit? Dazu muss man einige ungeschriebene Hollywood-Gesetze kennen, und die haben natürlich immer irgendetwas mit Geld zu tun.

Zuerst einmal ein paar Zahlen: Allein in Los Angeles gibt es rund 90.000 in der Gewerkschaft (SAG – Screen Actors Gilde) registrierte Schauspieler. Aufgrund von Verträgen darf jedes große Filmstudio nur Schauspieler verpflichten, die eine SAG-Mitgliedschaft besitzen. Abseits davon warten etwa 200.000 weitere Möchtegern-Darsteller darauf, wahrgenommen zu werden. Es ist also wie in der Natur so, dass um die fettesten Misthaufen (sprichwörtlich) immer viel zu viele Fliegen schwirren.

In Hollywood macht es einen großen Unterschied aus, ob man Mann oder Frau ist. Klar, woanders auch, aber hier würde man es als Außenstehender vielleicht gar nicht vermuten. Der Unterschied wirkt sich in erster Linie bei der unterschiedlichen Haltbarkeit als Superstar aus. Wie viele männliche Hollywoodstars über 40 gibt es? Viele. Und weibliche? Wenige. Über 50? Niemanden.

Regelmäßig lässt sich verfolgen, welche Schauspielerin die “Altersgrenze” erreicht hat und verschwindet. Sharon Stone? Kim Basinger? Michelle Pfeiffer? Lange her. Meg Ryan? Julia Roberts? Geena Davis? Teilweise schon abgetaucht. Man kann die Tage zählen, bis auch Leute wie J-Lo, Cameron Diaz oder Sandra Bullock aus Hauptrollen großer Filme verschwinden.

Zum Vergleich: Robert de Niro ist seit 1973 Hauptdarsteller, Clint Eastwood seit 1964 und auch Al Pacino nicht minder. Woran liegt nun diese “Diskriminierung”, wo es doch eigentlich mehr Frauen auf der Welt gibt als Männer und entsprechend auch Kinogängerpotential?

Der Grund ist die Zielgruppe von Kinofilmen. Für den Produzenten liegt sie vor allem bei den männlichen Jugendlichen – aufgrund statistischer Messungen die beständigsten Kinogänger. Männliche Jugendliche stehen auf junge, knackige Frauen – sollte man zumindest meinen, und wenn man ehrlich ist, stimmt das auch. Das wissen auch die Produzenten. Entsprechend werden vor allem junge Schauspielerinnen besetzt, oder die, die jung aussehen. Eine Faustregel besagt, dass nur 25 Prozent aller Rollen für Frauen geschrieben werden, und davon wiederum nur 25 Prozent für die über 40. Da fällt es nicht schwer zu verstehen, warum man es in Hollywood als Mann auf Dauer leichter hat.

Um auf Daryl Hannah zurückzukommen: Die war Anfang der Achtziger – zu Zeiten von “Blade Runner” und “Splash” – eben Anfang 20. Anno 2006 ist sie 46 und damit völlig uninteressant für den durchschnittlichen, männlichen Jugendlichen geworden. Um aber weiterhin ihre Rechnungen bezahlen zu können, muss sie weniger kritisch bei Rollenangeboten sein. Und die sind dann die angesprochenen “Meganieten”.

Aufzuhören kommt für viele nicht in Frage; zu sehr hat man sich an den Lebensstil gewöhnt, und es ist ja schließlich der Beruf.

Damit der eigene Stern nicht zu schnell sinkt, gibt es unter Hollywood-Schauspielerinnen verschiedene Präventativmaßnahmen:

– unters Messer legen, am besten schon in jungen Jahren, so wie Tori Spelling, das “menschliche Ersatzteillager”

– ausziehen, entweder in Filmen (siehe Meg Ryan) oder im Playboy (siehe Daryl Hannah)

– nicht ausziehen, wenn man noch jung ist (siehe Jane March)

– auf Charakterrollen umsteigen (mit dem sog. “Sexy-Hexy”-Image überlebt man nicht lange gegenüber der minderjährigen Konkurrenz)

Wenn es trotz aller Versuche irgendwann mit der großen Kinokarriere vorbei ist, bleibt das Fernsehen oder der Ruhestand. So knallhart ist das Business in Hollywood.

  1. #1 by deedee on November 3, 2006 - 10:47

    Ja schade dass es tatsächlich so ist, als alter Daryl Hannah Fan möchte ich zu den besseren Filmen noch Legal Eagles bzw. Staatsanwälte küsst man nicht hinzufügen. Dass Frauen wie sie auch im fortgeschrittenen Alter aber tausend mal erotischer rüberkommen, dürfte mit den beiden KillBill-Teilen wohl bewiesen worden sein… da kann man mir das ganze Hollywood-Junggemüse 100x auf den Bauch binden. Ok zugegeben liege ich mit 40 natürlich auch nicht mehr in der angesprochenen Zielgruppe… 😉

  2. #2 by Dirk on November 3, 2006 - 10:52

    Daryl ist nach-wie-vor eine hocherotische Frau, selbst für mich, als “Zielgruppe” (24). Diese “charakterlosen Gören”, die vermehrt zur Zielgruppenbindung eingesetzt werden, langweilen mich einfach nur…

    wohl dohc nicht die Zielgruppe…

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