Der etwas andere Filmrückblick


Nun, das Jahr neigt sich dem Ende und damit Zeit für Rückblicke. An dieser Stelle aber nicht aus dem vergangenen Jahr, sondern auf Filme mit besonderen Erinnerungen:



Bester Trailer, wo der Film die Erwartungen erfüllte:


Matrix (USA 1999, Andy und Larry Wachowski)



Als ich Keanu Reeves kopfüber in Zeitlupe die Wand entlanglaufen sah, wusste ich, welcher Film unbedingt gesehen werden musste. Verdammt, das war eine Revolution und jedem war klar, dass ein neues Zeitalter bevorstand.



Bester Trailer, wo der Film die Erwartungen nicht erfüllte:


Romeo must die (USA 2000, Andrzej Bartkowiak)



Noch im Fahrwasser von Matrix kam dieser Film daher, der Kung-Fu im selben Bullet-Time-Stil versprach – mit Jet Li immerhin ein Meister seines Faches als Hauptdarsteller. Leider hätte ich vorher wissen müssen, dass der gesamte Film keine weiteren Actionszenen enthielt außer denen aus dem Trailer. Der Rest ging, nun ja, in bester Melrose-Place-Manier über die Bühne.



Kindheits-Kultfilm, den ich nach langer, langer Zeit wieder gesehen habe:


Masters of the Universe (USA 1987, Gary Goddard)



Als Dolph Lundgren noch angesagt war, gab es kein Drumherum um diesen Film. Ist danach nur irgendwie in der Versenkung verschwunden – bis eines Tages im Nachtprogramm von Kabel 1.



Beliebtester Film, der eigentlich totaler Schwachsinn ist:


American Fighter 2 – Der Auftrag (USA 1987, Sam Firstenberg)



Ok, zu der Kategorie würde auch der vorangegangende Film passen, aber dieser hier ist noch prädestinierter dafür. Irgendwann gab es mal diese Ninja-Euphorie (nein, nicht nur wegen der ollen Schildkröten), und dieser Film ist der “Beste” der Zunft. Schwachsinnige Story, klar, aber eine coole Optik und eine hammergeile Mucke, die einem heute noch den Schmalz aus den Ohren bläst (die definitiv beste Arbeit von George S. Clinton). Nur eines habe ich nie kapiert: Den deutschen Titel, weil im Original “American Ninja”.



Erster Film, bei dem ich eingeschlafen bin:


Manhunter/Roter Drache (USA 1986, Michael Mann)



Tut mir rückblickend ja leid, weil es ein guter Film ist, und ich auf diesen Miami-Vice-Stil stehe, der den Streifen durchzieht. Mit William Petersen als FBI-Ermittler sowas wie ein antiker CSI-Urahne. Auf jeden Fall besser als das überflüssige Remake von 2002.



Erster Film, bei dem ich plötzlich wieder wach wurde:


Der Tod kommt zweimal (USA 1984, Brian de Palma)



Als zweiter Film einer dieser langen Filmnächte auf Sat.1. Fing unspektakulär an, und so döste ich auch langsam weg. Bis zu der Szene, wo der Hauptdarsteller bei einem Porno-Casting vorspricht (überraschende Wendung, wenn man bedenkt, dass der Film die Stunde davor überhaupt nichts in der Richtung andeutete):


Casting-Mensch: “Erzähl mal: Worauf fährst du ab?”


Hauptdarsteller: “Also ich spanne ganz gerne.”


Casting-Mensch: “Das macht dich geil, was?”


Hauptdarsteller: “Jooaaaaa.”


Cut – Der Hauptdarsteller kommt wie ein Nerd gekleidet (Hornbrille, Seitenscheitel, Strickjacke,…) in einen Saal. Kameraschwenk auf Holly Johnson, den Leadsänger von Frankie goes to Hollywood, der “Relax” zum besten gibt – übrigens in einer Location, die der aus dem entsprechenden Musikvideo sehr ähnlich sieht, und wo es ähnlich orgienmäßig zugeht. Zum Schluss macht sich der Hauptdarsteller an die halbnackte Melanie Griffith ran.



Erster Film, bei dem ich mir die Seele aus dem Leib gegruselt habe:


Predator (USA 1987, John McTiernan)



Meine Güte, der Film war damals ein echter Schocker. In ganz jungen Jahren hat man eben noch eine lebhafte Fantasie.



Erster Film, den ich auf Video gesehen habe:


Rambo 3 (USA 1988, Peter McDonald)



Das ist jetzt nicht so überraschend. Im Osten waren nach dem Mauerfall in den Videotheken grundsätzlich zwei Dinge verliehen: Pornos und Rambo-Filme. Ersteres ging nicht, also Variante zwei.



Erster Film, bei dem ich aus dem Kino gelaufen bin:


Zugegeben, kam bisher noch nicht vor, aber beinahe bei:


Wächter der Nacht (RUS 2004, Timur Bekmambetov)



Der Film hat viele polarisiert. Ich gehöre zu denen, die sich mit dem Streifen nicht anfreunden können. Zu viel Verwirrung, zu viel Russenprollerei (z.B. zwei Typen mit Trainingsanzügen und Goldketten in einem BMW), aber zu wenig Konsequenz.



Nun, wie schauts in diesen Kategorien bei Anderen aus?

  1. #1 by Ijon on December 3, 2006 - 20:20

    Erster Film, nach den ich mich besaufen musste:
    Matrix 2 – Reloaded
    Mit grosser Erwartung und Vorfreude rein und fast heulend raus… SCHLECHT einfach nur SCHLECHT
    War wegen der Enttäuschung so deprimiert (wirklich war ein Schock), dass ich zu einer Flasche Ouzo greifen musste

    … nach Matrix 3 hätte ich zu härteren Sachen gegriffen, wenn ich davor nicht gewarnt worden wäre

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